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Was für ein literatastisches Wochenende – Veranstaltungstipps am Freitag

Für alle, die nicht das Glück haben, dieses Wochenende zum LiteraturCamp nach Heidelberg zu fahren, seid nicht traurig: Dieses Wochenende bietet so einigen Lese-, Hör und Literaturstoff überall und zu jeder Zeit. Hier sind meine Tipps für euch, von Meißen bis ins Rheinland und von Berlin bis Düsseldorf. Wenn nichts für euch dabei ist, dann schaut doch einfach mal bei den Literaturhäusern und Bibliotheken eurer Stadt ins Programm. Im Notfall wünsch ich euch viel Spaß mit einem guten Buch. Chillt euch auf eine saftig grüne Wiese oder an den Strand des nächsten Sees und losgelesen. Schönes Wochenende!

Tipp Nr. 1: Von Johann Gottlieb Fichte bis Harry Potter  – Das Literaturfestival in Meißen

Beginnen wir gleich mit meinem Favoriten! Wäre ich nicht in Heidelberg, wäre ich wohl in Meißen. Erst kürzlich habe ich die Stadt besucht und mich sofort verliebt. Nicht zuletzt weil ich nach 10 min vor einem wunderbaren Antiquariat stand, in dem ich eine schöne Ausgabe der Wahlverwandtschaften von Goethe entdeckt habe.

Das Literaturfestival hat schon Donnerstag begonnen und geht noch bis Sonntag und ist wahrlich ein literarisches Highlight! Denn nicht nur die Idee des Festivals an sich ist wundervoll, die Stadt mit ihren historischen Plätzen, kleinen Gassen und romantischen Gebäuden und Parks lädt wie kaum eine andere zum Verweilen und Lauschen von Literatur ein.

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Ich kann mir beim besten Willen kaum etwas Besseres vorstellen, als auf der Albrechtsburg Erzählungen von Tschechow zu lauschen, einer szenischen Lesung von Alice im Wunderland beizuwohnen oder eine Lesung des Dschungelbuchs im Indianerzelt zu erleben. Das Programm scheint endlos. Es gibt über 200 Veranstaltungen, Lesungen mit prominenten Vorleser*innen und Orten, die allesamt super ausgewählt sind. Ein wirklich vielversprechendes Literaturfestival, das zudem nicht kommerziell ist. Die Lesungen und der Zutritt zu den meisten Museen ist frei! Die Auswahl der Literatur ist bunt, durchstreift die Jahrhunderte und ist für Groß und Klein ein Genuss. Unter anderem liest Guntram Vesper aus seinem preisgekrönten Roman Frohburg. Aber der Rest des Programms lohnt ebenso sehr! von Fichte bis an der Kinder- und Jugendliteratur entlang über die Klassiker gehüpft bis zum modernen Krimi oder komödienhafte Literatur. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich das nicht entgehen lassen.

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Tipp Nr. 2: .txt Festival der Unlesbarkeit in Erfurt

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In Erfurt findet dieses Wochenende ein ungewöhnliches Literaturfestival statt, dass vermutlich gerade deshalb lohnenswert ist. Das scheinbar Widersprüchliche zeigt sich schon im Namen. Postmodern und experimentell hört sich das an – Unvereinbarkeit von Literatur und Lesbarkeit? Doch genau darum geht es. Hier geht es um Texte, die noch nicht materiell geworden sind, die nur in der Phantasie ihrer Schöpfer*innen existieren oder deren Stil als nicht ästhetisch verstanden werden könnten, die „Unlust erregen“. Es geht insbesondere um das Erleben von Literatur. Dazu gehören Lesungen, aber auch Performance, Kunstinstallationen, Theater, Musik und Film. Daneben und Drumherum finden sich allerlei Literarisches und Buchiges, wie z.B. ein Comic Workshop für Kinder- und Jugendliche. Das Ganze findet in der Braugold Brauerei in Erfurt statt- nähere Infos findet ihr hier!

Tipp Nr. 3: Ein Stadtteil literarisch entdecken –LiteraTour in Berlin-Neukölln

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Das Literatour in Neukölln ist ein Literaturfestival der unabhängigen und internationalen Buchszene, die sich in den letzten Jahren in dem charmanten Berliner Stadtteil angesiedelt hat. Die internationalen Buchhandlungen, Antiquariate, Literaturcafes und Second Hand Bookshops in Neukölln präsentieren 13 Lesungen an 11 verschiedenen Orten. So kann man nicht nur den Lesungen lauschen, sondern auch ganz nebenbei den Stadtteil (neu) entdecken. Das Festival beginnt bereits heute, doch der ganze schöne Samstag gehört ebenso dazu. Neben Lesungen gibt es auch Musik zu hören und Kunst zu sehen, neben Belletristik lockt die Lyrik. Bei allen Veranstaltungen ist der Eintritt frei. Nichts wie hin würde ich sagen, oder?

Tipp Nr. 4: Einen letzten Blick wagen, auch das Ende ist schön – das poesiefestival  berlin

Kein schöner Land

Ebenfalls in Berlin, und von einigen von Euch sicher schon bemerkt, findet derzeit das Poesiefestival unter dem Motto „Kein schöner Land“ statt. Zum Abschluss des Festivals der Akademie der Künste gibt es am Samstag den Lyrikmarkt. Hier gibt es zahlreiche Lesungen, Live-Musik, Bastel- und Spielprogramme für Kinder und, ACHTUNG gleich schlägt das Herz ein wenig schneller, einen Büchermarkt zum Entdecken. 15 Uhr geht’s los. Fast zeitgleich ab 15.30 Uhr präsentiert übrigens die Literaturwerkstatt Berlin Kurzfilme, die auf Gedichten basieren! „Passend zum Thema des Festivals hat sie aus ihrem großen Archiv Poesiefilme ausgewählt, die sich mit Flucht und aktuellen Konflikten befassen.“ Spannend!

Tipp Nr. 5: in der Mitte angekommen: Die Düsseldorfer Literaturtage

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Die Düsseldorfer Literaturtage sind gerade in der Mitte angekommen. Noch bis 19.06 sind hier Veranstaltungen rund um Literatur geplant. Dieses Wochenende liest unter anderem Katja Petrowskaja aus ihrem Debüt „Vielleicht Esther“. Da ich schomal einer Lesung der Autorin beiwohnen dufte, kann ich es nur empfehlen. Doch auch der Sonntag klingt spannend: Dann gehen nämlich ein Musiker, ein Philosoph und eine Literaturwissenschaftlerin Hitchckocks Filmen und dessen Gänsehaut Effekt auf den Grund. Zudem liest Alex Burkhard aus „Die Zeit kriegen wir schon Rom“. Später ist dann Krimi und Thrillerzeit mit Leon Sachs und Isabella Archan.

In der folgenden Woche geht es u.a. mit Lesungen von Ilija Trojanow, Abbas Khider, Navid Kermani literatastisch weiter und auch die Tagebücher Astrid Lindgrens oder der Gute Heinrich Heine spielen eine Rolle.

Tipp Nr. 6: Zwei Mal ein Ende in Bad Homburg und Frankfurt/Rhein-Main

Zwei weitere Literaturfestivals sind dieses Wochenende am Ende angekommen, aber bieten nochmal literarischen Genuss. Die Rede ist von der LiteraTurm im Frankfurt/Rhein-Main und dem Bad Homburger Poesie und Literaturfestival.

Im Rhein-Main-Gebiet ist Intermedialität das Thema der Stunde. Unter dem Motto „Der entgrenzte Text“ wird hier gefragt, welche Auswirkungen Literatur auf andere Medien hat bzw. wie Film oder Musik auf die Literatur wirken. Wie wird z.B. filmisch erzählt. Unter anderem kann man noch die zwei Nominierten für den Preis der Leipziger Buchmesse Nis Momme Stockmann und Roland Schimmelpfennig sehen. Aber auch Clemens Meyer und Claudius Nießen sind mit ihrem irre witzigen Buch „Zwei Himmelhunde –Irre Filme, die man besser liest“ vor Ort. (Wer kann, gehe hin, er wird viel lachen, versprochen!) Aber auch Herta Müller wird zu sehen sein.  Neben den Lesungen werden getreu dem Motto auch Filme sowie Performances von Künstlerinnen gezeigt!

In Bad Homburg verfolgt man ein gänzlich anderes, aber ebenso lohnenswertes Konzept. Denn hier wird, ähnlich wie in Meißen, vorgelesen. Namenhafte Schauspieler*innen lesen aus Klassikern der Weltliteratur und sorgen so dafür, dass die alten Herren und Damen der literarischen Welt nicht vergessen werden. Eine wundervolle Idee, wenn ihr mich fragt. Die heutige Lesung aus „Agatha Christie – The Queen of Crime“ mit Hannelore Hoger und Jürgen Tarrach würde ich mir nicht entgehen lassen! Und morgen? Da liest Christian Brückner aus Moby Dick.

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